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Sexueller Missbrauch von Kindern - Zeitung "Darmstädter Echo" führt Leser in die Irre

 

Ergebnis der Beschwerde an den Deutschen Presserat über die Berichterstattung der Zeitung "Darmstädter Echo" vom 04.02.2014

 

Entscheidung des Beschwerdeausschusses 1

in der Beschwerdesache 0086/14/1-BA

 

Beschwerdeführer: R.G.

Beschwerdegegner: Darmstädter Echo

Ergebnis: Beschwerde begründet, Hinweis, Ziffer 2

Datum des Beschlusses: 03.06.2014

 

Erwägungen des Beschwerdeausschusses

 

Der Artikel verletzt Ziffer 2 des Pressekodex. Der Beschwerdeausschuss hält die Beschwerde in einem Punkt für begründet: Die Textpassage über die Vorstrafen des Angeklagten, nach der er „wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs von Kindern“ auffällig geworden sei, ist presseethisch bedenklich. Es widerspricht der journalistischen Sorgfalt, den Leser unvollständig aufzuklären.

 

Immerhin ist der Angeklagte wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft.

 

Indem sie alle Vordelikte als erwiesen aufzählt und nur den Kindesmissbrauch ein „angeblich“ voranstellt, führt die Redaktion die Leser hier in die Irre. Denn es handelt sich nicht – wie der Artikel – suggeriert – um einen bloßen Tatvorwurf. Der Mann ist wegen des schweren Delikts rechtskräftig verurteilt. Das hätte die Redaktion ihren Lesern auch unmissverständlich mitteilen müssen.

 

Ergebnis

 

Aufgrund des Verstoßes gegen die Ziffer 2 des Pressekodex erteilt der Beschwerdeausschuss der Redaktion des DARMSTÄDTER ECHOS gemäß § 12 Beschwerdeordnung einen Hinweis. Die Ent-

scheidung über die Begründetheit der Beschwerde ergeht mit 6 Stimmen und einer Gegenstimme. Die Entscheidung über die Wahl der Maßnahme ergeht einstimmig.

 

S. M.-G.

Vorsitzende des Beschwerdeausschusses 1

 

 

veröffentlicht duch den Beschwerdeführer (R.G.)

 

Kontakt: express@public-files.de

 

Impressumspflicht: entfällt § 5 TMG